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längere kurzgeschichten

Längst fällig: Die Geschichte vom UFO

Das Problem mit den Geschichten ist, dass sie sich nicht mehr aufschreiben lassen, nachdem ich sie jemandem erzählt habe. Deshalb schnell, bevor sie wegerzählt ist, die Geschichte vom UFO, dem unbekannten Filzobjekt.

Das UFO wurde zum UFO, kurz bevor meine alten Kunstfreunde, bereichert mit einer neuen Kunstfreundin, im Südwesten der Republik ein rauschendes ländliches und riesig gnomhaftes Kunstfestival ausrichteten. Bis dahin war das UFO ein einfacher SMW gewesen, ein selfmade Wichtel aus der Filzphase meiner Mutter. Und nun muss ich mich entscheiden, ob dies eine bemüht ironische Geschichte über meinen Umgang mit den Neurosen meiner Mutter wird oder eine philosophische Betrachtung über die Eigenschaften von Tierhaaren und deren materiellen Transformationen. Oder eine Geschichte über die Anlässe und den Sinn, über eine solch belanglose Abfolge von Ereignissen sich Gedanken zu machen.

Mist, nur noch acht Kilometer bis Mainz, und bis zur Ankunft dort muss die Geschichte aufgeschrieben sein oder zumindest der Erzählstrang so weit aufgenommen, dass ich auf der Rückfahrt fertig werde. Dank an J., dass er bedächtig fährt.

Nun, meine Mutter erfüllte es mit einem gewissen Stolz, auf ihre alten Tage doch noch an einer typisch mütterlichen oder großmütterlichen, mindestens aber hausfraulichen Freizeitbeschäftigung Freude zu finden: der Herstellung von Filzpantoffeln. Für die Nichteingeweihten: Zuerst werden dazu übergroße sockenähnliche Wolldinger gestrickt, wobei übergroß wirklich übergroß meint, also mindestens dreimal die Schuhgröße dessen, für den die Dinger gedacht sind Anschließend werden die übergroßen Wolldinger in der Waschmaschine auf menschenübliche Schuhgröße geschrumpft.

Wir sind in Mainz. Fortsetzung folgt.
26.12.11 15:45


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Das große Krabbeln. Eine Geschichte aus der Schule.

(vorweg: das ist ein versuch. eine geschichte für grundschulkinder. eine art auftragsarbeit (auftrag ja, geld nein). keine ahnung, ob gelungen oder nicht. bevor ich sie wegschicke, bin ich für gnadenlose kritik dankbar. sehr dankbar.)


„Das Feuerwehrauto bremst. Die Reifen quietschen“, sagt Frau Hübner langsam und deutlich. Nun, warum sollte jemand so etwas sagen? Wenn ein Feuerwehrauto bremst und die Reifen quietschen, gibt es da nichts anderes zu tun als zu sagen, ein Feuerwehrauto bremse – und das dann auch noch langsam und deutlich? Wie? Frau Hübner erklärt es vielleicht jemandem, der blind ist? Aber der würde doch das Feuerwehrauto hören – tatütata! – und auch das Quietschen beim Bremsen – quiiiiiiiietsch! So, dann erklärt sie es jemandem, der taub ist? Aber der würde das doch erstens alles selber sehen und zweitens Frau Hübner sowieso nicht hören, und dann müsste sie auch nicht laut und deutlich sprechen. Und was hat dann Frau Hübner im Sinn mit dem langsamen und deutlichen Gerede über ein Feuerwehrauto?

Alexander aus der Klasse 3b kann hören, aber nicht besonders gut. Und schaut jetzt ganz genau auf Frau Hübners Mund. So merkt er, ob das, was er versteht, auch dazu passt, was Frau Hübner sagt. Das ist ihm sonst gar nicht so wichtig. Jetzt schon, denn Alexander und alle anderen aus der 3b schreiben gerade ein Diktat. Und Frau Hübner spricht nicht aus besonderer Rücksicht auf Alexander langsam und deutlich, sondern wie sie es immer tut, wenn ihre Schüler ein Diktat schreiben. Lebhafter als sonst wird das Gesicht der Klassenlehrerin dabei aber nicht. Es sieht genauso langweilig aus wie sonst, selbst jetzt, als sie „quietschen“ sagt. Doch dann verzerrt sich ihr Gesicht auf einmal. Sehr quietschig. Frau Hübners Stimme auch. Richtig laut wird sie, ja, sie kreischt mindestens so wie Räder eines Feuerwehrautos quietschen, wenn dieses aus schneller Fahrt bremst.

„Cool“, denkt Alexander, „Frau Hübner spielt Feuerwehrauto! Hätte ich ihr gar nicht zugetraut.“ Auch die anderen Schüler horchen und schauen erstaunt auf. Frau Hübner lässt das Buch, aus dem sie das Diktat vorgelesen hat, auf den Boden fallen, schüttelt ihr linkes Bein solange, bis ihr Schuh in einem hohen Bogen von ihrem Fuß fliegt und springt aufgeregt hinter das Pult. Mit einem Feuerwehrauto hat sie jetzt nicht mehr viel gemeinsam. Schon gar nicht mit einem bremsenden.

fortsetzung folgt.
23.11.06 12:25


Meine erste Nichtrauchergeschichte, 3. Teil

Schließlich packten die beiden Freunde etwas Proviant, Flickzeug und den Blasebalg ein – für alle Fälle! – und machten sich auf Richtung Meer. Die Igelfüße kitzelten die Luftmatratze auf ihrem Bauch – ja, längere Strecken, so hatte sie es zumindest früher gemacht, schwamm sie lieber auf dem Rücken und etwas langsamer, das kostete nicht so viel Energie. Es war ein sehr angenehmes Kitzeln. Der Igel wiederum fand den Bauch der Luftmatratze sehr angenehm. Angenehm prall und luftgefüllt. Außerdem machte der Bauch lustige Geräusche, wenn der Igel sich darauf bewegte. Und der Igel bewunderte, wie die Luftmatratze steuern konnte. Ein einziges Mal hatten sie eine Weile an einer seichten Stelle festgesessen, seitdem war die Reise ohne Zwischenfälle verlaufen. Dabei mussten sie immer mehr und immer größeren Schiffen ausweichen, je weiter sie sich ihrem Ziel näherten.

„Ui, Luftmatratze, das war aber knapp“, sagte der Igel dann. Aber das machte ja so Spaß! „Ui, wie schön, mit Dir auf den Wellen zu reiten!“, sagte der Igel dann auch. Und die Luftmatratze sagte: „Ja, Igel, wenn Dir das gefällt, dann warte erstmal, bis wir am Meer sind! Das Meer macht ganz andere Wellen als die, die Schiffe machen!“

Da war der Igel gespannt. Gespannt war er, aber er genoss die Spannung. Die Luftmatratze aber genoss einfach die Igelfüße auf ihrem Bauch, das Aufgepumptsein, und die Bewegung auf dem Wasser.

Vor einem Brückenpfeiler einer großen Brücke in einer großen Stadt mit einer riesigen Kirche machten sie Pause. Die Sonne senkte sich und machte im Wasser um sie herum ein rotes Glitzern „Steht Dir gut, das Rot im Wasser“, sagte der Igel zur Luftmatratze. Da schauten sie einander in die Augen und beide Herzen wurden schneller und der Igel trippelte vorsichtig vom Bauch auf die Brust der Luftmatratze. Die Luftmatratze hob ihren Kopf und drückte ihn an den Igel. Der Igel bekam noch eine viel stärkere Gänsehaut als damals, als die Igelin ihn richtig geküsst hatte. Er legte sich auf den Rücken, um seine Schnauze an das Gesicht der Luftmatratze zu drücken. Da wurde die Gänsehaut nur noch stärker und die Stacheln stellten sich noch stärker auf, im Sonnenuntergang und auf der Brust der Luftmatratze. Die Luftmatratze aber spürte keinen Schmerz.

+++ENDE+++
13.9.06 11:06


Meine erste Nichtrauchergeschichte, 2. Teil

Die Luftmatratze verdrehte die Augen und der Igel wusste, dass er nicht die falsche Frage gestellt, aber die falsche Reihenfolge gewählt hatte. Er dachte noch einmal nach, wurde ganz aufgeregt, während er nachdachte und fragte schließlich mit zitternder Stimme: „Du sagtest gerade ‚meine Freunde und ich’ – sagtest Du das? Und wenn Kai, das Krokodil und seine Freunde Deine Freunde waren, dann gehörtest Du auch zur Roten Zora und ihrer Bande?“ Und obwohl er nach Antworten gierte, konnte er seinen Frageschwall nicht aufhalten. Die Fragen schwallten weiter und schwallten und schwallten.

Der Luftmatratze gefielen die Fragen immer besser, je länger sie schwallten. Und bis die Fragen zu Ende geschwallt waren, hatte sie ein gar nicht müdes Lächeln auf ihrem sonst noch recht müden Gesicht. „Ich hatte es ja selbst fast vergessen, dass das meine eigenen Erlebnisse waren. Aber Du hast Recht – ja, genau so funktionierte es und wir schwammen viel besser als der Luftballon, den Du mal von Deinem Forschungszweig aus beobachtet hast, wie er vom Himmel in den Tümpel fiel und nicht unterging. Nur hat ein Luftballon kein Ventil und man kann ihn nicht beliebig oft wieder aufpumpen wie unsereins.“

„Aber Luftmatratze, wenn das so ist, warum pumpst Du Dich nicht mal wieder auf?“

Das Lächeln verschwand aus dem Gesicht der Luftmatratze. „Ach, wozu soll ich Luft haben. Es gibt hier doch nichts, worauf ich schwimmen könnte.“

Der Igel ließ nicht locker. „Aber, willst Du nicht einfach mal wieder fühlen wie es ist, aufgepumpt zu sein, einfach so?“ Und dann ging das Leuchten in den Igelaugen wieder los, und diesmal wurde es tatsächlich ein kleines bisschen heller im Schuppen. Der Igel erinnerte sich nämlich an etwas, das ihm der Uhu vor langer Zeit, lange noch bevor ihn die Igelin richtig geküsst hatte, einmal erzählt hatte. Und das brachte den Igel auf eine grandiose Idee, und die erzählte er jetzt der Luftmatratze.

Die Luftmatratze lachte. Aber es war ein trauriges Lachen. Nicht so eines, wie man es bei einer solch grandiosen Idee und einem heller gewordenen Schuppen erwartet hätte. „Igel, Du denkst doch nicht im Ernst, dass ich noch einmal schwimme, in meinem Alter? Und dann auf dem Blaubach? Lächerlich!“

„Erstmal auf dem Blaubach, ja.“, antwortete der Igel. „Aber dann...es stimmt doch, was der Uhu sagte, dass es vom Blaubach nur drei Flüsse sind bis zum Meer?“

Eines stimmte gewiss: der Igel gehörte eher zu der langsameren Sorte. Dumm aber war er nicht. Vor allem in Gefühlsdingen war er sehr gescheit. Er hatte es immer gefühlt, dass noch irgendetwas anderes hinter der Geschichte steckte. Der Geschichte von der Roten Zora und ihrer Bande und wie sie die See sicher machte. Dass es etwas mit der Luftmatratze selbst zu tun hatte. Der Igel war aber nicht nur nicht dumm, sondern er war auch unnachgiebig, wenn er von einer Sache überzeugt war. Und so willigte die Luftmatratze schließlich ein und ließ sich vom Igel aufpumpen. Mit dem Blasebalg, zu dem der Igel so lange „Wechselbalg“ sagte, bis die Luftmatratze ihm den Unterschied zwischen den beiden Balgenarten erklärt hatte.

„Jetzt leuchtet Dein Rot richtig“, sagte der Igel, nachdem er die Luftmatratze aufgeblasen hatte, und machte ihr einige sehr schmeichelhafte Komplimente, woraufhin sie noch etwas mehr leuchtete.

Fortsetzung folgt.
11.9.06 17:16


Meine erste Nichtrauchergeschichte, Teil 1

(vorweg: mit dem schreiben klappt es nicht mehr so gut, seit ich nicht mehr rauche. also jezt schon seit 9 monaten! ich will ja aber deshalb nicht wieder mit dem rauchen anfangen. aber mit dem schreiben will ich auch nicht aufhören! die hoffnung bleibt: die übung macht die nichtrauchergeschichten...)

„Erzählst Du mir noch einmal die Geschichte von der Roten Zora und ihrer Bande und wie sie den See sicher machten?“, fragte der Igel.

Die Luftmatratze seufzte. „Die See, mein Freund. Die See oder das Meer, wie Du willst, aber nicht der See. Mit Pfützen haben die sich nicht abgegeben damals.“

„Entschuldige“, entschuldigte sich der Igel, „du weißt doch, ich kenne mich mit größeren Gewässern nicht so aus. Den Tümpel am Ameisenbaum, den kenn ich gut. Da setze ich mich gern auf den abgeknickten Forschungszweig und beobachte die Kröten wie sie sich vermehren. Aber dort wohnen auch die Wasserspitzmäuse und die machen sich immer lustig über mich, weil ich nicht schwimmen kann. Sobald sie mich erspäht haben, mache ich mich von dannen, immer am Blaubach entlang und frage mich, wie es am andern Ufer wohl aussieht. Die Wasserspitzmäuse haben da einen ganz anderen Horizont, da haben sie ja Recht.“

„Pah!“, sagte die Luftmatratze. „Bäche und Tümpel! Wasserspitzmäuse! Wenn Du einmal an einer richtigen Küste warst, so richtig eben mit Ebbe und Flut und Möwen und Heringen, dann fragst Du Dich nicht mehr, was am andern Ufer ist. Die Küste hält Dich so in Atem, da verschwendest Du keinen Gedanken an etwas anderes.“

„Ja, das versteh’ ich“, gab der Igel zu verstehen. „Als die Igelin mich mal richtig küsste, verschlug es mir auch den Atem!“

„Die Küste, Igel, hat mit küssen nichts zu tun.“, wandt die Luftmatratze ein. „Auch wenn es schon hin und wieder vorkam, dass sich an der Küste welche küssten – davon durfte die Rote Zora und ihre Bande sich nicht ablenken lassen. Sie mussten auf die achten, die im Wasser waren.“

„Ohja, erzähl mir mehr von der Küste und der Roten Zora! Wie sie sich nicht ablenken ließ von den Küssen und von den Achtern im Meer!“

Fast wurde es im Schuppen ein wenig heller, so sehr leuchteten die Augen des Igels. „Von den Vierlings-Schwimmflügeln und Golo dem Delphin, den Schwimmringen Karla, Otto und Karlotta...und dem Krokodil – wie hieß es noch? Und wie sie die Surfer und Motorboote von den Kindern weggetrieben haben!“

Die Luftmatratze aber fühlte sich müde und leer. Schlaff und halb zusammengefaltet lag sie im staubigen Regal. Ihr Kopf baumelte vor dem Fahrradwerkzeug, das an der Wand hing. „Das hab ich Dir doch schon so oft erzählt, Du Stacheltier, und dennoch hast Du noch immer keine Vorstellung von der Küste und der See, und verstehst statt achten Achter.“

Der Igel blieb standhaft. „Das kommt daher, dass ich nur das verstehe, was ich selbst schon erlebt oder gesehen habe. Achter zum Beispiel, die habe ich bislang nur bei Fahrrädern gesehen. Und glaub mir, auf die versteh ich mich! Und wie man ein Loch im Schlauch flickt und dass es verschieden viele Gänge gibt ganz ohne Restaurant und deutsche und französische Ventile...Wie oft hab ich den Menschen schon beim Fahrradreparieren und Reifenaufpumpen zugeschaut und zugehört! Die deutschen sind simpler, die Ventile meine ich, als die französischen...Warum es allerdings Ventile verschiedener Nationalität gibt, das hab ich nie verstanden.“

Die Luftmatratze gähnte. „Das kann ich Dir auch nicht sagen. Meine Freunde und ich, wir hatten jedenfalls alle die gleiche Sorte Ventile, obwohl wir aus unterschiedlichen Ländern kamen. Das Krokodil, das hieß übrigens Kai, Kai zum Beispiel kam aus China.“

Der Igel dachte nach. Das dauerte eine Weile. Die Luftmatratze nutzte die Weile für ein Nickerchen und schnarchte erst leise, dann lauter. „Ob sich so das Meer anhörte?“, fragte sich der Igel und weckte die Luftmatratze, weil er sich die nächsten Fragen nicht auch noch selbst fragen wollte: „Aber wieso hatte das Krokodil ein Ventil, es ist doch geschwommen und nicht gefahren?“

fortsetzung folgt.
9.9.06 13:28


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