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Gemeine Stubenfliege

Heute Morgen war sie nicht mehr da, die Fliege.

Zugegeben, sie hat mich genervt. Für eine ganz gewöhnliche Stubenfliege war sie eine Spur zu agil. Und zu laut. Warum konnte sie nicht nahezu geräuschlos schwirren wie andere Stubenfliegen? Nein, sie brummte wie eine Hummel. Und flog mir ständig ins Gesicht. Und auf meinen Teller. Und leckte mit ihrer Zunge, mit der sie vorher was-weiß -ich-was gelutscht hatte – den Bioabfall vielleicht – , mit dieser Zunge leckte sie an meiner Kaffeetasse. Das hörte auch nicht auf, nachdem ich ihr einen Teller mit Bröseln, Margarine, Marmaleden- und Käseresten zur Seite gestellt hatte. Nicht, dass ich sie damit angelockt hätte – nein, nein, sie hielt sich ja sowieso am liebsten in meiner Nähe auf. Nun beschäftigte sie sich wenigstens auch mit ihrem Teller. Besonders mochte sie die Quittenmarmelade, selbstgemacht, von meiner Tante. Aber leider immer nur für einige Minuten. Dann ging sie wieder an meine Sachen und schwirrte mir nervös um den Kopf, so dass ich mich kaum bei der Arbeit konzentrieren konnte. Was wollte ich sagen? Ach ja, dass sie sich meist in meiner Nähe aufhielt. Egal ob ich frisch gewaschen war oder nicht. Seit ich sie das erste mal bemerkte, ist es jedes Mal dasselbe. Also war es. Noch ehe mein Wecker klingelte, weckte mich ihr Brummen. Und dann schwirrte sie mir munter um die Ohren, bis ich aufstand. Ging ich frischgeduscht in die Küche, um das Frühstück zuzubereiten, kam sie hinterhergeflogen, setzte sich ans Fenster und beobachtete mich. Ich habe sie in der Küche nie etwas Essbares anrühren sehen. Das mit dem Bioabfall ist auch nur eine Befürchtung, für die es keinerlei Anhaltspunkte gibt. Gab. Nein, in der Küche hat sie nie etwas gegessen. Ich ja auch nicht. Nehme mir das Essen immer mit ins helle Wohnzimmer. Und da war die Fliege tagsüber auch meistens. Wenn sie zu müde war, um nervös von ihrem Teller zu meinem Glas und zurück zu ihrem Teller zu fliegen, dann laut um meinen Kopf zu schwirren und sich dann wieder auf mein Glas - MEIN Glas - zu setzen, also, wenn sie zu müde war, mich zu nerven, dann fand ich sie auf ihrem Platz an der Wand im Schein der Schreibtischlampe. Da saß sie abends oft, bis ich ins Bett ging. Manches Mal, wenn ich gar zu vertieft in meine Arbeit war, bemerkte ich ihre Anwesenheit gar nicht. Und manchmal, wenn es sehr spät wurde, bis ich nach getaner Arbeit den Laptop zuklappte und an ihren Platz an der Wand sah, war sie doch schon vorgeflogen. Dann saß sie auf der Fensterscheibe über meinem Bett und schlief. Sonntags auch mal länger als ich.

Was ich mich ja schon frage ist, wie sie dieses laute Brummen bloß macht. Sie sieht - sah- aus wie eine ganz normale Stubenfliege. Und die sind doch nicht so laut.

Aber ich verstehe jetzt endlich, was meine Mutter meinte, als sie mir am Telefon sagte, sie freue sich trotz allem auf meinen Vater, wenn er nachhause komme. Und ich ahne jetzt auch, wie sie sich fühlt, seit er in der Kur ist.
2.12.06 22:06
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Gschropperl / Website (5.12.06 20:55)
Hihi,
ich hoffe der Waffelmann liest das, weil ich bin auch demnächst auf Kur. Dann wird er schön schauen, wenns da nicht brummt.
Ähem.
Du musst auch gar nicht mehlen, wenn du nicht magst. Kannst auch weiter bloggen, da freut sich das Gschropperl auch.
Und schickt dir ein Busserl!


Waffelmann / Website (9.12.06 09:42)
Also ich nehme das Brummen vom Gschropperl vorher auf Band auf und wenn´s mir dann abgehen sollte, während ihrer Kur, dann kann ich´s ja immer wieder anhören.
Ausserdem hat sie so eine nette Ansage auf ihrem Handy, die hör ich viel lieber.

Und jetzt muss ich mal rumsörfen und schauen wo das freche Gschropperl noch überall Ansagen für mich hinterlassen hat.
Unglaublich die Kommunikation im 21. Jhrdt.


Waffelmann / Website (11.12.06 21:19)
Sehr gewöhnungsbedürftig der Tiger. Überhaupt der ganze Safari-Park mit seinen blinkenden Gimmicks die keine Sau braucht.

ABER - hast vielleicht ein Kinderbuch-Manuskript in der Schublade? Dann ab damit zum Oetinger-Verlag. Bin da heute auf eine Ausschreibung gestoßen worden. Siehe unser Blog -

und herzliche Grüße aus M.

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