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Das große Krabbeln. Eine Geschichte aus der Schule.

(vorweg: das ist ein versuch. eine geschichte für grundschulkinder. eine art auftragsarbeit (auftrag ja, geld nein). keine ahnung, ob gelungen oder nicht. bevor ich sie wegschicke, bin ich für gnadenlose kritik dankbar. sehr dankbar.)


„Das Feuerwehrauto bremst. Die Reifen quietschen“, sagt Frau Hübner langsam und deutlich. Nun, warum sollte jemand so etwas sagen? Wenn ein Feuerwehrauto bremst und die Reifen quietschen, gibt es da nichts anderes zu tun als zu sagen, ein Feuerwehrauto bremse – und das dann auch noch langsam und deutlich? Wie? Frau Hübner erklärt es vielleicht jemandem, der blind ist? Aber der würde doch das Feuerwehrauto hören – tatütata! – und auch das Quietschen beim Bremsen – quiiiiiiiietsch! So, dann erklärt sie es jemandem, der taub ist? Aber der würde das doch erstens alles selber sehen und zweitens Frau Hübner sowieso nicht hören, und dann müsste sie auch nicht laut und deutlich sprechen. Und was hat dann Frau Hübner im Sinn mit dem langsamen und deutlichen Gerede über ein Feuerwehrauto?

Alexander aus der Klasse 3b kann hören, aber nicht besonders gut. Und schaut jetzt ganz genau auf Frau Hübners Mund. So merkt er, ob das, was er versteht, auch dazu passt, was Frau Hübner sagt. Das ist ihm sonst gar nicht so wichtig. Jetzt schon, denn Alexander und alle anderen aus der 3b schreiben gerade ein Diktat. Und Frau Hübner spricht nicht aus besonderer Rücksicht auf Alexander langsam und deutlich, sondern wie sie es immer tut, wenn ihre Schüler ein Diktat schreiben. Lebhafter als sonst wird das Gesicht der Klassenlehrerin dabei aber nicht. Es sieht genauso langweilig aus wie sonst, selbst jetzt, als sie „quietschen“ sagt. Doch dann verzerrt sich ihr Gesicht auf einmal. Sehr quietschig. Frau Hübners Stimme auch. Richtig laut wird sie, ja, sie kreischt mindestens so wie Räder eines Feuerwehrautos quietschen, wenn dieses aus schneller Fahrt bremst.

„Cool“, denkt Alexander, „Frau Hübner spielt Feuerwehrauto! Hätte ich ihr gar nicht zugetraut.“ Auch die anderen Schüler horchen und schauen erstaunt auf. Frau Hübner lässt das Buch, aus dem sie das Diktat vorgelesen hat, auf den Boden fallen, schüttelt ihr linkes Bein solange, bis ihr Schuh in einem hohen Bogen von ihrem Fuß fliegt und springt aufgeregt hinter das Pult. Mit einem Feuerwehrauto hat sie jetzt nicht mehr viel gemeinsam. Schon gar nicht mit einem bremsenden.

fortsetzung folgt.
23.11.06 12:25
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


susanne / Website (23.11.06 12:45)
Hallo, ich finde deine Geschichte sehr gut geschrieben. Du solltest möglichst wenig Schachtelsätze einbauen. Das erschwert den Kindern das Lesen. Für welche Klassenstufe soll sie sein? lg Susanne


irgendlink / Website (23.11.06 22:09)
A: wie schreibt man denn Quietschen, wenn es soooo laut gesprochen ist, wie Frau Hübner das tut?
B: wenn es sinnlos ist zu sagen, die Reifen quietschen, wieso sollte jemand schreiben, dass jemand sagt, die Reifen quietschen - Lösungsansatz: schwerhörig und blind?
C: ein tolles Diktatbeispiel.
D: Nur Blaulicht. Die Sirene könnte abgeschaltet sein.
E: Vielleicht hat das Fuerwehrauto ABS. Dann quietschen die Reifen nicht, sondern es macht fupp fupp fupp.
F: Somit wäre die Aussage, die Reifen quietschen, an den Haaren herbei gezogen, mehr noch: eine Lüge.
G: Vergiss die Kinder, absolut köstlicher Blogeintrag.


freihändig / Website (24.11.06 10:07)
@susanne: danke! der "auftrag" ist zum vorlesen für einen erstklässler. werde am ende nochmal die schachtelsätze raushauen. jetzt gehts mir darum, ob das überhaupt eine geschiche ist, die kinder hören mögen. und/oder vielleicht auch ab 9 jahren selber lesen.

@irgendlink: ja, genau - so wünsch ich mir, dass kleine und große leser die geschichte lesen. und dann darüber reden. und darauf kommen, dass es jemandem der blind UND taub ist, auch nichts bringt, wenn ihm das was er nicht sehen kann, gesagt wird - weil er eben taub auch noch ist.
das will ich eben nicht alles erklären.

so, jetzt kommt aber ertsmal teil 2.

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