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Erst seit einer Woche halte ich mich hier in der bloggenden Gesellschaft auf, und dennoch stehe ich kurz vor einem Kulturschock, der, so sagt man, der ersten Euphorie nach der Begegnung mit einer "fremden Kultur" folge:

"Kulturschock, h?ufig gebrauchte Bezeichnung f?r bisher nicht genauer untersuchte individuelle psychische Reaktion auf engen Kontakt mit einer fremden Kultur. Die Situation des Nichtverstehens, des Nichtgeltens internalisierter Verhaltensmuster, der Desorientierung kann zu Verhaltensunsicherheit, (...) Ablehnung (...) und eventuell R?ckzug und Isolation f?hren. Auch Ethnologen haben ?ber derartige Reaktionen, besonders aus Anfangsphasen einer Feldforschung, berichtet."
(aus: Hirschberg, Walter (Hg.), Neues W?rterbuch der V?lkerkunde. Berlin: Reimer, 1988)

Auch wenn dieser Lexikonartikel vielleicht mein derzeitiges Verh?ltnis zum Bloggen ganz gut beschreibt, so hat er doch einen Haken: Er stellt eigene und fremde Kultur als absolute Gr??en gegen?ber. In einem Vortrag mit dem Titel "Multi-, Trans- und Inter-...Was ist eigentlich Kultur?" kritisiert die in Frankfurt/Main lehrende Ethnologin Regina R?mhild diese leider immer noch g?ngige Vorstellung von Kultur. Hier ein Auszug:

"In einem sehr fundamentalen Sinne sind sich Kulturen nicht wirklich fremd, sondern im Gegenteil durch eine lange Geschichte machtvoller Beziehungen identit?tsstiftend aneinander gebunden.
Aus dieser Perspektive kann Stuart Hall (der in den 50er Jahren aus Jamaika emigrierte, Mitbegr?nder der Cultural Studies; Anmerkung von mir) seine Ankunft in England als Heimkehr beschreiben ? als Heimkehr an einen Ort, mit dem seine Geschichte und seine Existenz unaufl?slich verkn?pft ist. Er ist nicht der Fremde, der er dennoch sein mu?, sondern im Grunde genommen ein alter Bekannter, der nur nicht erkannt wird. 'Menschen wie ich', schreibt er, 'die in den 50er Jahren nach England kamen, waren dort bereits seit Jahrhunderten; symbolisch waren wir schon seit Jahrhunderten dort. Ich kam nach Hause.
Ich bin der Zucker auf dem Boden der englischen Teetasse. Ich bin die s??e Versuchung, die Zuckerplantage, die Generationen von englischen Kindern die Z?hne ruinierte. Tausende Anderer, die mit mir gekommen sind, sind der Tee. Denn es wird kein Tee angebaut in Lancashire. Es gibt keine einzige Teeplantage in ganz Gro?britannien. Und doch ist der Tee die Symbolisierung englischer Identit?t ? was sonst wei? man ?ber einen Engl?nder, als da? er ohne Tee keinen einzigen Tag ?bersteht? Aber woher kommt der Tee? Ceylon ? Sri Lanka, Indien. Das ist die ausgegrenzte Geschichte im Innern der englischen Geschichte. Es gibt keine englische Geschichte ohne diese andere Geschichte.'"


Den gesamten Vortrag gibt?s hier.
3.4.05 22:57
 


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500 beine la-la-la the life go / Website (4.4.05 10:12)
zucker und england - interessant,
nur - what's the blogg, darling?!

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